Sprinkenhof

Sprinkenhof

Der Sprinkenhof hat seinen Namen nach Johann Sprink. Er hatte das Grundstück 1384 vom Domkapitel erworben. Auf dem Areal stand ein alter Wohnhof, der zugunsten des Neubaus abgerissen wurde.
Der Sprinkenhof, ein gemeinsamer Bau der Brüder Gerson mit Fritz Höger, war zeitweilig das größte Kontorhaus Europas. Er wurde in drei Bauphasen errichtet; zuerst der zentrale Mittelbau, der die Springeltwiete überbrückt, dann der Westflügel in den Jahren 1930-32 und schließlich der Ostflügel in der Zeit von 1939-1943. Während des zweiten Bauabschnitts verstarb Hans Gerson. Die letzte Bauphase führte Fritz Höger, der 1933 in die NSDAP eingetreten war, allein durch, denn Oskar Gerson durfte als Jude seit 1933 aus rassistischen Gründen in Deutschland nicht mehr als Architekt arbeiten.
Das Erscheinungsbild der Fassaden an den Seitenflügeln zeigt eine unterschiedlich gemusterte Struktur: Von der Übernahme der klaren Linien des zentralen Baus im Westen bis zur manieristischen Fassadendekoration im Osten, gesteigert durch die Wandplastiken über dem Eingang am Johanniswall, die das Menschenbild des Nationalsozialismus immer noch vergegenwärtigen.

1. Bauabschnitt: 1927/28 | 2. Bauabschnitt: 1939-32 | 3. Bauabschnitt: 1939-43

Architekten: Hans und Oskar Gerson sowie Fritz Höger

Das Gebäude ist als Skelettbau konstruiert. Die Konstruktion verbirgt sich jedoch hinter dem charakteristischen Dekor der Wandflächen aus Klinker, die von den Gersons entworfen wurden.
Der Mittelbau, ein kubisches Gebäude, ohne Staffelgeschosse, mit einem Flachdach gedeckt, zeigt eine von gleichmäßig gereihten Fenstern stark in der Horizontalen betonte Fassade. Die Keramiken von Ludwig Kunstmann erinnern in ihrer Symbolik an Handwerk, Wirtschaft, Verkehr und Hamburg. In diesem Hof befanden sich die Räume für handwerkliche Gewerke sowie die Zufahrt zu den Garagen im Untergeschoss. Geplant war der Sprinkenhof als Gewerbehof, in dem sogar Wohnungen eingebaut waren.
Mit dem Sprinkenhof hat der Bau klassischer Kontorhäuser in Hamburg den Höhepunkt überschritten – an den Stil dieser neuen Sachlichkeit knüpften die Architekten nach dem Krieg nicht an: Wohl übernahmen sie Motive, einzelne Gestaltungselemente und Details. Der Backstein, allerdings nicht in seinem Facettenreichtum, blieb hamburgisches Baumaterial. Die architektonische Aufgabe nach dem Zweiten Weltkrieg war das moderne Bürohaus, das Vorbild stellte dabei die Hochhausarchitektur Amerikas.
Der Sprinkenhof war Hamburgs größter und modernster Bürokomplex. Auch bietet der Sprinkenhof moderne Großraum-, Kombi- und Zellenbüros aber dennoch historisches Flair.

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