Bartholomay-Haus

Bartholomay-Haus

Das im traditionalistischen Habitus erbaute Kontorhaus „Bartholomay-Haus“ hat einen hohen Giebel, der denen der Kaufmannshäuser des 18. Jahrunderts nachempfunden ist. Jedoch ist der lediglich ein Blendgiebel, von hinten gehalten durch einen eisernen Stützpfeiler. Seine einzige Funktion ist, die Verbindung zu einer ehrwürdigen Tradition herzustellen.
Als vor einigen Jahren die Sandsteinquader an der Außenfassade neben der Eingangstür renoviert wurden, kamen die Umrisse einer Figur zum Vorschein. Was da zu Tage kam, war der „Schattenmann“: Die Symbolfigur der am 1. September 1939 vom „Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda“ eröffneten Kampagnen „Feind hört mit!“.

Baujahr: 1937/38

Architekt: Rudolf Klophaus

Allerorten an viele Hauswände wurde die Figur des Schattenmanns gemalt oder klebten Plakate mit dieser Abbildung und mit der Unterschrift „Feind hört mit!“. Der Bevölkerung wurde eingeredet, jeder Deutsche sei ein Geheimnisträger, deshalb könne jede noch so harmlose Äußerung eine nützliche Information für den Feind bedeuten. Also müsse jeder darauf achten, was er zu wem sage. Mit dieser Kampagne begann die „totale Überwachung“ der Bevölkerung.

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