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Sehenswürdigkeiten

Altstädter Hof

Steinstraße 13-19a | Mohlenhofstraße 1-7, 2-10 | Altstädter Straße 11-23 | Springeltwiete 5-9
20095 Hamburg

Baujahr: 1936/37
Architekt: Rudolf Klophaus

Unter dem Motto "Zurück zur guten alten Zeit" ließen die Nationalsozialisten im Kontorhausviertel auch Wohnblöcke errichten. Damit wurde die Kontorhausbildung ein wenig zurückgenommen und es entstand z.B. der große mit Erkern und Giebeln an frühere Zeiten erinnernde Wohnhauskomplex Altstädter Hof.

Nach einer Bauvorschrift aus dem Jahre 1935 mussten für alle Bewohnerinnen und Bewohner der
2- bis 3-Zimmer-Wohnungen Luftschutzkeller gebaut werden. Auch heute wird der Altstädter Hof zum Wohnen und Arbeiten genutzt.

Über dem Eingang zur Hofeinfahrt ließ der Bildhauer Richard Kuöhl Olympische Ringe anbringen. Sie sollen daran erinnern, dass der Häuserkomplex 1936 im Jahr der Olympischen Spiele errichtet wurde. Richard Kuöhl war es auch, der die Sandsteinskulpturen über den Haustüren schuf. Ganz im Sinne der NS-Ideologie sollte durch diese Skulpturen in verklärender Weise die "gute alte Zeit" wieder aufleben.

So erblickt man über den Hauseingängen Bauern und Handwerker, Männer in zünftiger Handwerkerkluft oder traditioneller Arbeitskleidung. Das Idealbild der Frau in der Zeit des Nationalsozialismus: Mutter mit möglichst vielen Kindern wurde nicht vergessen darzustellen.

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Bartholomay-Haus

Altstädter Straße 3-7 | Steinstraße 5-7
20095 Hamburg

Baujahr: 1937/38 für Rudolf Bartholomay
Architekt: Rudolf Klophaus

Das im traditionalistischen Habitus erbaute Kontorhaus "Bartholomay-Haus" hat einen hohen Giebel, der denen der Kaufmannshäuser des 18. Jahrunderts nachempfunden ist. Jedoch ist der lediglich ein
Blendgiebel, von hinten gehalten durch einen eisernen Stützpfeiler. Seine einzige Funktion ist, die Verbindung zu einer ehrwürdigen Tradition herzustellen.

Als vor einigen Jahren die Sandsteinquader an der Außenfassade neben der Eingangstür renoviert wurden, kamen die Umrisse einer Figur zum Vorschein. Was da zu Tage kam, war der "Schattenmann": Die Symbolfigur der am 1. September 1939 vom "Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda" eröffneten Kampagnen "Feind hört mit!".

Allerorten an viele Hauswände wurde die Figur des Schattenmanns gemalt oder klebten Plakate mit dieser Abbildung und mit der Unterschrift "Feind hört mit!". Der Bevölkerung wurde eingeredet, jeder Deutsche sei ein Geheimnisträger, deshalb könne jede noch so harmlose Äußerung eine nützliche Information für den Feind bedeuten. Also müsse jeder darauf achten, was er zu wem sage. Mit dieser Kampagne begann die "totale Überwachung" der Bevölkerung.

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Bürgerhaus

Schopenstehl 32/33
20095 Hamburg

Baujahr: 1885-1888
Architekt: Arthur Viol

Solch eine Hausfassade könnte die perfekte Kulisse für einen Historienfilm über eine Kaufmannsfamilie aus dem 18. Jahrhundert bieten. Die Fassade eines um 1780 erbauten Doppelhauses mit ihrem Rokoko-Portal und dem geschweiften Giebel wurde in den Neubau miteinbezogen. Das Gebäude reicht nach hinten bis zur Kleinen Reichenstraße 24. Die Fassade ist eines der wenigen Zeugnisse in Hamburg für die Hamburger Bürgerhausarchitektur des 17. und 18. Jahrhunderts.

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Chilehaus

Burchardplatz 1
20095 Hamburg

Baujahr: 1922-1924
Architekt: Fritz Höger

Die Premium-Immobilie in bester Lage ist das Chilehaus. Seit 1993 im Besitz der Union Investment GmbH (früher DIFA) wurde dieses Gebäude restauriert, modernisiert und erstrahlt in neuem Glanz.

Ungewöhnlich allemal, architektonisch und künstlerisch sicherlich eine ausgezeichnete Leistung, galt das Chilehaus mit seiner 36.000 qm Geschossfläche lange Zeit als "größtes Geschäftshaus der Elbhansestadt". So ist es auch fast selbstverständlich, dass das Chilehaus seit 1983 unter Denkmalschutz steht und für die Liste des Kulturerbes der Welt der UNESCO vorgeschlagen wurde.

1921 hatte der Kaufmann Henry Brarens Sloman, seinerzeit mit einem Vermögen von 60. Mio. Mark der reichste Mann der "Republik Hamburg", die rund 5.000 qm großen Grundstücke beiderseits der Fischertwiete im Sanierungsgebiet gekauft. Als führender Produzent und Importeur von Chile-Salpeter verfügte er gerade in der Zeit der Inflation und wirtschaftlichen Rezession über Devisen und legte seine Mittel nicht nur in Immobilien an, sondern er kaufte auch schon auf Vorrat die 4,8 Millionen Ziegelsteine für den Bau des Chilehauses.

Der Architekt Fritz Höger, den Sloman mit dem Bau des ungewöhnlichsten Kontorhauses in Hamburg
beauftragt hatte, soll beim Anblick der Steinmasse ausgerufen haben: "Was soll ich mit dem Dreck machen?" - Die hervorragende ästhetische Wirkung der besonders hart gebrannten Oldenburger Klinker scheint also eher auf materiellen Bedingungen zu beruhen, als auf Entwurfsabsichten.

Das Chilehaus mit seiner markanten Spitze nach Osten, seinen Arkaden und den Terrakotten von dem Bildhauer Richard Kuöhl im Sockelgeschoss, seinen umlaufenden Galerien vor den Staffelgeschossen, der torartigen Überbauung der Fischertwiete, der dynamischen Fassadenschwingung, ihrer Gliederung und kunstvollen Musterung ist ein extravagantes Bauwerk, unbestritten. Zum Grundriss schrieb Fritz Höger: "Die viel angestaunte Spitze des Hauses Ecke Burchardstraße/Pumpen ist nichts weiter als die konsequente körperliche Lösung, die sich durch die spitzwinklige Straßenkreuzung von selbst ergibt." Hatte doch der Oberbaudirektor Fritz Schumacher eigens den Straßenplan ändern müssen, um dem Chilehaus zu seiner einmaligen Wirkung zu verhelfen.

Die Überbauung der Fischertwiete, mit dem Tudorbogen, der auf Wunsch des Bauherren nach dem Vorbild seines Wohnhauses gestaltet wurde, wurde ebenso als besondere Leistung betont, obwohl die Architekten Rombath und Jolasse bereits 1910 beim Bau des Versmannhauses die Knochenhauertwiete an der Mönckebergstraße überbaut hatten.

Von der Piazza des Chilehauses erschließen zwei Treppenhäuser das Gebäude und ein drittes liegt mit den Zugängen von den Hauptfassaden in der Spitze des Hauses. Auch die Eingangshallen mit ihren großzügigen breiten Treppen strahlen Ruhe aus. Terrakotta, Tuffstein und Fliesen sind die unterschiedliche Materialien, die in den einzelnen Treppenhäusern das Erscheinungsbild prägen und nach der aufwendigen Rekonstruktion in neuem Flair eine gediegene, ruhige Stimmung verbreiten.

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Domplatz

Domplatz | Speersort | Schmiedestraße | Alter Fischmarkt
20095 Hamburg

Lange vermutete man, dass südlich der St. Petri Kirche die zwischen 817 und 822 n. Chr. errichtete Hammaburg gestanden haben soll. Die 2005-2006 durchgeführten Ausgrabungen zeigten aber, dass es hierfür keine Belege gibt. Es wurde aber das Profil einer großen Wallanlage gefunden, die den gesamten Domplatz umschließt. Die Anlage ist datiert auf die Jahre 891 und 983. Diese Befestigung wird als „Domburg“ gedeutet, zum Schutz des erzbischöflichen Mariendoms. Innerhalb des Walles soll eine um 834 von Bischof Ansgar gegründete hölzerne Bischofskirche gestanden haben. Diese Kirche wurde 845 von den Wikingern zerstört. Bis heute fehlen archäologische Hinweise, wo genau Erzbischof Ansgar 831/832 seine Domkirche erbauen ließ. Es darf jedoch als sicher gelten, dass der Dom um 900 dort seinen Standort hatte. Es folgten Holzneubauten um 858 und erneute Zerstörungen. Die 1947 durchgeführten archäologischen Untersuchungen konnten das Vorhandensein früherer Holzkirchen vor dem ersten Steinbau auf dem Gelände nicht bestätigen. 1035 ließ Erzbischof Bezelin Alebrand die erste steinerne, mehrschiffige Basilika, den „St. Marien Dom“ erbauen. Dieser ist 1066 bei einem Heidenüberfall ausgebrannt und wurde im 13. Jahrhundert neu erbaut. Der Abriss erfolgte 1804-1807.

Seit 2009 befindet sich auf dem heutigen Domplatz eine mit Bäumen bepflanzte Rasenfläche. Ein Wall aus Stahlblech rahmt den neuen Freiraum. Er zeichnet die Kontoren der „Domburg“ nach und lässt die räumliche Anordnung aus der Zeit des Mariendoms wieder aufleben. Das vom Dom übrig gebliebene Pfeilerfundament wurde ausgegraben und kann durch ein Blickfenster, welches in eine der weißen (abends beleuchteten) Bänke eingelassen wurde, betrachtet werden.

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Burchardhof

Steinstraße 27
20095 Hamburg

Baujahr: 1930/31
Architekten: Max Bach und Fritz Wischer

Das Gebäude Steinstraße 27 ist ein sachlicher hochhausartiger Kontorhaus-Eckbau. Die Fensterstürze
werden mit den Fenstern durch Gesimse zu Bändern zusammengezogen. Das Haus ist aus kubisch einfachen Elementen im Sinne des "Neuen Bauens" errichtet.

Der Begriff "Neues Bauen" entstand nach dem Ersten Weltkrieg. Hauptmerkmal des Baustils ist der Funktionalismus, man verzichtet auf repräsentative Elemente, will Klarheit, Sachlichkeit und Lichtfülle ausdrücken. Damit richtet sich dieser Stil bewusst gegen den Baustil der wilhelminischen Ära und setzt sich auch gegen den expressionistischen Stil der frühen zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts ab.

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Meßberghof / Ballin-Haus

Pumpen | Willy-Brandt-Straße
20095 Hamburg

Baujahr: 1922-1924
Architekten: Hans und Oskar Gerson

Am historischen Marktplatz Meßberg erwarb im damaligen Sanierungsgebiet, nachdem hier die alten
Fachwerkhäuser abgerissen waren, ein Finanzkonsortium den Bauplatz und beauftragte die Brüder Hans und Oskar Gerson mit dem Bau des Ballin-Hauses, benannt nach dem jüdischen Hamburger Reeder Albert Ballin (1857-1918).

Mit seiner Fassade zum Meßberg, der Südfront zur Speicherstadt und der Nordseite zum gleichzeitig
erbauten Chilehaus bildet das Ballin-Haus die südliche Begrenzung des Kontorhausviertels. Vom Meßberg aus entfaltet sich die monumentale Backsteinfassade. Aus dem sich verjüngenden Zentralbau mit einem Staffelgeschoss greifen die beiden Flügel mit zwei zurückgesetzten Staffelgeschossen. Die an sich massive Baumasse wirkt infolge der vorgezogenen Wandzungen an den Frontsprüngen und den zurückweichenden Staffelgeschossen geöffnet und spannungsreich. Die Wandzungen sind säulenähnliche, massive Strebpfeiler, die allerdings keine tragende, sondern hier eine dekorative Funktion haben.Ein Walmdach aus Titanzink verleiht dem bauästhetischen Anspruch der Moderne Ausdruck und reflektiert zugleich mit der wiederhergestellten historischen Form die Tradition des Hauses. Der Eisenbetonbau ist vollständig mit dunkel gebranntem Klinker verblendet.

Vor den ausgeschweiften Wandzungen und an den Mittelpfeilern zum Meßberg, über dem Sims, standen acht leicht überlebensgroße Skulpturen aus Elbsandstein, die der Bildhauer Ludwig Kunstmann entworfen hatte und die die Temperamente darstellten. Die bedeutenden expressionistischen Figuren mussten 1968 wegen ihres schlechten Erhaltungszustandes entfernt werden. Lothar Fischer erhielt den Auftrag, neue Skulpturen zu erstellen und schaffte acht stilisierte, moderne Sandsteinfiguren, die unterschiedliche Gegenstände halten.

Das Haus kann durch zwei Zugänge, die seitlich an den Straßen Meßberg und Pumpen liegen, betreten werden. Schwellenheilige, Chimären, Fabelwesen, geschaffen von Ludwig Kunstmann als expressionistische Bauplastik, bewachen die Eingänge, die im Stil einen gotisierenden Charakter vermitteln.

Im Inneren imponiert das Treppenhaus. In den Kontorhäusern haben die Treppenhäuser eine besondere Bedeutung. Ihnen überlässt man die Funktion des Repräsentierens, nicht den Büros. Im Ballin-Haus wendelt sich die Treppe über 10 Stockwerke nach oben. Licht fällt durch ein rundes Oberlicht, gestaltet durch sternförmig angelegte gelbe Farbgläser. Etage für Etage sitzt auf dem Handlauf eine Echse. Bei der Restaurierung in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurde der Paternoster nicht erneuert, sondern durch einen Fahrstuhl ersetzt.

1938 wurde das Ballin-Haus umbenannt in Meßberghof, weil der Reichsstatthalter von Hamburg, Karl
Kauffmann (1900-1969) verfügt hatte, dass alle Straßen und Gebäude, die nach Jüdinnen und Juden
benannt waren, umbenannt werden sollten. Das 1924 zur Einweihung des Ballin-Hauses enthüllte Portrait-Medallion Ballins wurde zerstört. Von der Judenverfolgung war auch der Architekt Oskar Gerson betroffen - seinem Bruder Hans Gerson war bereits 1931 ein Arbeitsverbot auferlegt worden.

Eine böse Ironie des Schicksals wollte es, dass sich während der Nazizeit im Meßberghof ausgerechnet die Firma Tesch & Stabenow niederließ, die Zyklon B nach Auschwitz verkaufte, durch das hunderttausende Jüdinnen und Juden den Tod fanden. Erst 1997 gelang es nach langen zähen und quälenden Auseinandersetzungen mit der neuen Eigentümerin im Meßberghof eine Gedenktafel anzubringen, die an diese Vergangenheit erinnert. Der damalige Bürgermeister Henning Voscherau in seiner Rede zur Enthüllung der Tafel: "Die Spur der Vernichtung, des millionenfachen Mordens in der NS-Diktatur finden sich auch in unserer Stadt. Senat und Bürgerschaft wollen sie sichtbar machen."

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Montanhof

Kattrepel 2
20095 Hamburg

Baujahr: 1924-1926
Architekten: Herrmann Distel und August Grubitz

Der Montanhof an der städtebaulich markanten Ecke Kattrepel und Niedernstraße erscheint mit seiner
dreifach gebrochenen Front und den drei Dreieckserkern an der Stirnseite, die das Gebäude gleichsam
auffalten, fast wie ein Kristallgebilde. Der dennoch recht massive Baukörper wird von Staffelgeschossen bekrönt und mit den für Kontorhäuser typischen Lisenen dekorativ verziert. Lisenen nennt man senkrechte Mauerstreifen, die oft durch Rundbogenfriese miteinander verbunden sind. Die Fassade des Montanhofs ist exemplarisch für den expressionistischen Stil der Kontorhäuser, die Mitte der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts gebaut wurden. Rundbögen, keramische Verzierungen, strebpfeilerartige Abschlüsse an den Staffelgeschossen, in Anlehnung an bedeutende Keramikplastiken von Ludwig Kunstmann - all dies lässt das Gebäude leicht erscheinen.

Der neungeschossige Stahlbetonbau ist mit Odernburger Klinker verkleidet, der zum Teil als
Schmuckverband gemustert ist. Majolikaverziehrungen bereichern die Dekoration.
Der Empfangsbereich ist besonders dekoriert mit seinen Steinverkleidungen, Bändern, Spiegeln und
angedeutetem Lettner, steinernen Schranken, die hier der Repräsentation dienen.

Der Montanthof ist ein ausgefallenes Beispiel für den expressionistischen Kontorhausbau und zeigt deshalb besonders den Widerspruch der Modernität, der technischen Ausführung und der verhüllten
expressionistischen, mitgotiserenden und effektvollen Elementen der geschmückten Fassade; ein Skelettbau ohne tragende Wände, nur der zentrale Erschließungsstrakt und das Stahlbetonskelett sind tragend - die inneren Räume sind aufteilbar.

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Neuer Dovenhof

Brandstwiete 1
20457 Hamburg

Baujahr: 1991-1994
Architekten: Konstantin Kleffel, Uwe Köhnholdt und Bernd Gundermann

Mit dem 1953 und 1962 vorgenommenen Durchbruch der Ost-West-Straße (der heutigen Willy-Brandt-Straße) zur vierspurigen Verkehrsader war auch der Abbruch des ersten Hamburger Kontorhauses, des "Dovenhofs" - erbaut von dem Rathausarchitekten Martin Haller - verbunden.

An der heutigen Willy-Brandt-Straße, Brandstwiete und Ecke Kleine Reichenstraße entstand im Jahr 1991 der "Neue Dovenhof", erbaut von den Architekten Kleffel, Köhnholdt und Gundermann.

Zwei sechsgeschossige Querriegel zur Ost-West-Straße und zur Kleinen Reichenstraße, ein zehngeschossiges konvex geschwungenes Hochhaus zur Brandstwiete mit einer großzügigen Vorfahrt und einem überdimensionierten Eingangsportal, das man über eine hohe Außentreppe erreicht, an deren beiden Seiten Lampen in Form von Olympischen Feuern die Treppenstufen begleiten. Hier angeschlossen verläuft wiederum ein sechsgeschossiges Quergebäude, so dass die Gebäude schließlich einen gewaltigen, fast quadratischen, 25 Meter hohen gigantischen glasüberdachten Innenhof umschließen. Zur Ost-West-Straße hin reiht sich der Querriegel als eine geschlossene Front mit streng uniformen, schlichten Fensterreihen, ohne Zugangsbereich. Nur die ersten acht vertikalen Fensterreihen tragen auf Säulen ruhend aus der massiven Fassade heraus und sollen Zugänglichkeit und Offenheit vermitteln.

Die Architekten greifen das charakteristische Baumaterial des Kontorhausviertels, den rotgebrannten
Oldenburger Klinker auf, schaffen jedoch gegenüber den lebendigen, reliefartigen Fassaden der klassischen Kontorhäuser eine flächige Fassade mit bündig abschließenden Fenstern.

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Helmut-Schmidt-Haus

Speersort 1
20095 Hamburg

Baujahr: 1938 für das "Hamburger Tageblatt" der NSDAP
Architekt: Rudolf Klophaus

Das Pressehaus ist im traditionalistischen Stil erbaut, hat eine Backsteinfassade, Sprossenfenster und rundbögige Arkaden. Reichs-Propaganda Minister Goebbels ließ es sich nicht nehmen, am 22.11.1938 zur Grundsteinlegung von Deutschlands modernstem Zeitungshaus anzureisen. Ins Pressehaus zog das nationalsozialistische "Hamburger Tageblatt" ein, das täglich eine Auflage von 100.000 Exemplaren hatte.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus schwer zerstört. Doch die große aus Sandstein gehauene Hamburger Tageblatt-Kogge blieb erhalten und ist noch heute - ohne Hakenkreuz - an der Außenfassade zum Eingang des Pressehauses an der Curienstraße zu sehen.

Nach Kriegsende wurde das Gebäude um zwei Geschosse auf sieben Etagen aufgestockt. Seit 1946 hat hier die Wochenzeitung "Die Zeit" ihren Sitz. In den 50er Jahren des 20. Jahrunderts zogen außerdem das "Hamburger Echo", die "Hamburger Morgenpost", der "stern" und "Der Spiegel" ein.

Am 26.10.1962 wurde das Pressehaus Schauplatz einer spektakulären staatlichen Aktion. An diesem Tag besetzten und durchsuchten Polizisten die Hamburger Redaktionsräume des "Spiegels". Wegen des Verdachts des publizistischen Landesverrats und landesverräterischer Bestechung wurden "Der Spiegel"-Herausgeber Rudolf Augstein und Redakteur Conrad Ahlers verhaftet. Der Grund für dieses polizeiliche Vorgehen war in dem sechzehn Tage zuvor anlässlich des NATO-Herbstmanövers "Fallex 62" in "Der Spiegel" erschienene Artikel mit dem Titel "Bedingt abwehrbereit" zu suchen. In ihm hagelte es harsche Kritik an der Bonner Verteidigungspolitik, wodurch die "Spiegel-Affäre" ausgelöst wurde. Die Folge war der Rücktritt des damaligen Bundesverteidigungsministers Franz Josef Strauß.

1969 verließen "Der Spiegel" und später auch die anderen Zeitungsredaktionen mit Ausnahme der "Die Zeit" das Pressehaus.


Im Januar 2016 wurde das Pressehaus umbenannt in Helmut-Schmidt-Haus (Bundeskanzler von 1974 – 1982 und Herausgeber der Wochenzeitung DIE ZEIT, verstorben im November 2015).

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Sprinkenhof

Burchardstraße 6-14 | Altstädter Straße 6
20095 Hamburg

Baujahr: 1. Bauabschnitt: 1927/28 | 2. Bauabschnitt: 1939-32 | 3. Bauabschnitt: 1939-43
Architekten: Hans und Oskar Gerson sowie Fritz Höger

Der Sprinkenhof hat seinen Namen nach Johann Sprink. Er hatte das Grundstück 1384 vom Domkapitel erworben. Auf dem Areal stand ein alter Wohnhof, der zugunsten des Neubaus abgerissen wurde.

Der Sprinkenhof, ein gemeinsamer Bau der Brüder Gerson mit Fritz Höger, war zeitweilig das größte Kontorhaus Europas. Er wurde in drei Bauphasen errichtet; zuerst der zentrale Mittelbau, der die Springeltwiete überbrückt, dann der Westflügel in den Jahren 1930-32 und schließlich der Ostflügel in der Zeit von 1939-1943. Während des zweiten Bauabschnitts verstarb Hans Gerson. Die letzte Bauphase führte Fritz Höger, der 1933 in die NSDAP eingetreten war, allein durch, denn Oskar Gerson durfte als Jude seit 1933 aus rassistischen Gründen in Deutschland nicht mehr als Architekt arbeiten.

Das Erscheinungsbild der Fassaden an den Seitenflügeln zeigt eine unterschiedlich gemusterte Struktur: Von der Übernahme der klaren Linien des zentralen Baus im Westen bis zur manieristischen Fassadendekoration im Osten, gesteigert durch die Wandplastiken über dem Eingang am Johanniswall, die das Menschenbild des Nationalsozialismus immer noch vergegenwärtigen.

Das Gebäude ist als Skelettbau konstruiert. Die Konstruktion verbirgt sich jedoch hinter dem
charakteristischen Dekor der Wandflächen aus Klinker, die von den Gersons entworfen wurden.
Der Mittelbau, ein kubisches Gebäude, ohne Staffelgeschosse, mit einem Flachdach gedeckt, zeigt eine von gleichmäßig gereihten Fenstern stark in der Horizontalen betonte Fassade. Die Keramiken von Ludwig Kunstmann erinnern in ihrer Symbolik an Handwerk, Wirtschaft, Verkehr und Hamburg. In diesem Hof befanden sich die Räume für handwerkliche Gewerke sowie die Zufahrt zu den Garagen im Untergeschoss.

Geplant war der Sprinkenhof als Gewerbehof, in dem sogar Wohnungen eingebaut waren.
Mit dem Sprinkenhof hat der Bau klassischer Kontorhäuser in Hamburg den Höhepunkt überschritten - an den Stil dieser neuen Sachlichkeit knüpften die Architekten nach dem Krieg nicht an: Wohl übernahmen sie Motive, einzelne Gestaltungselemente und Details. Der Backstein, allerdings nicht in seinem Facettenreichtum, blieb hamburgisches Baumaterial. Die architektonische Aufgabe nach dem Zweiten Weltkrieg war das moderne Bürohaus, das Vorbild stellte dabei die Hochhausarchitektur Amerikas.


  Der Sprinkenhof war Hamburgs größter und modernster Bürokomplex. Auch bietet der Sprinkenhof moderne Großraum-, Kombi- und Zellenbüros aber dennoch historisches Flair.

Weitere Informationen zum vielseitigen Sprinkenhof finden Sie hier.

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St. Jacobi Kirche

Jakobikirchhof 22 | Steinstraße
20095 Hamburg

Erste Erwähnung um 1255. Neubau als Backstein-Hallenkirche seit ca. 1340. Erweitert 1493-1503 durch ein zweites südliches Seitenschiff. 1737-1743 Bau der barocken Westfassade durch Johan Nikolaus Kuhn. 18. Jahrhundert: Anbau der Kirchenschule, heute Gemeindehaus. 1826- 1827 neuer Turmhelm von Hermann Peter Fersenfeldt. 1869 neugotische Eingangshalle an der Südseite, erbaut von Isaiah Wood. Die Kirche wurde 1944 durch Bomben ausgebrannt. 1951-63 Wiederaufbau in alter Form. 1959-1962 neuer Turmhelm nach Entwurf von Hopp & Jäger.

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St. Petri Kirche

Bei der Petrikirche 2
20095 Hamburg

Erste Erwähnung 1195 als Marktkirche der Handwerkersiedlung am Berg. Neubau als dreischiffige
Backstein-Hallenkirche in der ersten Häfte des 14. Jahrhunderts. Der Ostteil wurde um 1327 geweiht, der Turmbau um 1342 begonnen. Von 1418-1419 wurde ein zweites südlichen Seitenschiff angebaut, von 1513-1516 ein achteckiger Turmhelm ergänzt.

Der Kirchenzerstörung beim großen Brand 1842 folgte der Wiederaufbau in neugotischen Formen durch Alexis de Chateauneuf und Hermann Fersenfeldt von 1844-1878.

Von 1866-1878 erfolgte der Bau des Turmhelms nach Entwürfen von Johann Maack.

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